Grundidee und Namensgebung

Ausgangspunkt für den „Jovialismus“ war die Suche, wie der oberste Zweck von Politik im Allgemeinen in Verfassungen definiert ist. Politik wird im „Jovialismus“ als vorausschauendes, zielgerichtetes Verhalten verstanden, das Gruppen von Menschen betrifft.

Die Hauptfrage des „Jovialismus“ lautet: Was ist für jeden wünschenswert?

Das Wort „Jovialismus“ enthält das Adjektiv „jovial“, das auf das lateinische Wort iovialis zurückgeht. Im Mittelalter wurde es in der Bedeutung „zu Jupiter gehörend“ benutzt und vereinte Eigenschaften, die dem antiken Gott Jupiter zugeschrieben wurden – wie freundlich, gönnerhaft, gütig, wohlwollend, freizügig, freundschaftlich oder warmherzig.

Ein weiterer Grund, weshalb dieses Wort benutzt wird, um eine politische Idee zu skizzieren, geht ebenfalls auf den antiken Gott Jupiter zurück: Auf der einen Seite verkündeten Donnerschläge seinen Willen (Erfüllung seiner Eigenschaften), auf der anderen Seite bestrafte er Menschen mit Blitzen, die eidbrüchig wurden.

Fast alle Verfassungen haben einen Amtseid, der von den offiziellen Beamten des Staates geschworen werden muss, um ihren politischen Willen zu bekräftigen.

Daher können die Inhalte solcher Amtseide als höchstes Ziel gesehen werden. Manche davon sind zwar nur reine Loyalitäts- und Treuebekundung zur Verfassung oder auf eine Person, aber oftmals enthalten sie zusätzliche Versprechen, wie, sich um das Wohl des Volkes zu kümmern, indem Schaden abgewandt und der Nutzen gesteigert wird, sowie, Rechte und Freiheiten zu respektieren und zu schützen, die in der Verfassung verankert sind.

Der „Jovialismus“ konzentriert sich auf Amtseide mit zusätzlichen Versprechen und versucht deren Auslegung vom Standpunkt einer „jovialen“ Form von Humanismus zu interpretieren.