Medien zur Ukraine

Was müssen eigentlich die dt. Medien den Ukrainern zahlen, daß sie solche Stories verkaufen können? Erst die apokalyptischen Bilder von der Gruschewskogo-Straße… dann die Horror-Bilder vom Maidan… und jetzt das Kriegszenario mit Russland… Möchte gar nicht wissen, wie die Umsätze durch die Ukraine gestiegen sind… Denkt da jemand auch mal an die Leute, über die da berichtet und mit deren Schicksal Geld verdient wird?

Erfreuliches…

Das finde ich gerade prima und habe ich nur durch Zufall mitbekommen:
hromadske.tv sendet nicht mehr nur im Internet, sondern läuft als Staatsfernsehen! Zudem verstärkt auf russisch, so daß im Osten mehr verstanden wird.

Wer nicht weiß, was das für ein Sender ist:
Journalisten aus anderen Sendern gründeten den Internetsender eigentlich durch Spenden, um frei berichten zu können. Das war die 1. Informationsquelle während der Revolution. MMn. Sehr objektiv, da alle Seiten befragt wurden..

Sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen

Da gab es einmal ein Interview in der Süddeutschen mit Jeremy Rifkin, in dem er meinte, dass die Regierungen “mehr Bildung” fördern würden – und er meinte dazu sinngemäß: “Ja was ist denn, wenn die Leute gebildeter wären? Jobs entstehen damit auch nicht.”

Dieses “Darüberhinausdenken” wäre auch hier angebracht. Ja was wäre denn, wenn mehr Leute “Den Mut hätten, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen”? Kucke ich mich hier bei FB so um, fehlt es nicht an diesen “Mutigen”, denen nicht klar ist, was läuft – was ihnen fehlt sind die Möglichkeiten, sich Gehör zu verschaffen.

Noch ist das Fernsehen ein wichtiger Meinungsmacher, weitaus mehr als Zeitungen, aber in den Talkshows sitzen immer nur “Irrlichter” ohne wirkliche Visionen, die einen Einheitsbrei verzapfen. Wo sind aber neue Gesichter, mit Ideen, Sachverstand und Hintergrundwissen? Man mag von Lucke (AfD) nicht viel halten, aber er schaffte es, Pfeffer in die sonst so fade Suppe zu bringen. Und es gibt mehr solcher Leute – aus allen Lagern, die durchaus mehr zu bieten hätten.

Es reicht nicht, immer wieder aufgefordert zu werden, “tut endlich was”, sondern es bedarf auch den Möglichkeiten, etwas zu tun. Aber hier fängt es an: Jene, die diese Möglichkeiten bieten können, versagen es denen, die etwas aufzuwarten hätten, wenn es den “Möglichkeitsinhabern” nicht schmeckt.

Und weil so viel im Argen liegt, dass wir es mit einer gesellschaftlichen Großbaustelle zu tun haben, die alle realen Großbaustellen in Deutschland zusammengenommen weit übertrumpft, will das niemand angehen, denn dadurch würde sich zu viel auf einmal ändern und den konservativ verwöhnten Bürger überlasten.

Dabei findet man Konservatismus nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei den Linken, die prinzipiell mit alten Rezepten genauso konservativ daherkommen, ohne den Mut aufzubringen, neues zu wagen (z.B. Grundeinkommen oder Lohnobergrenzen).

Es reicht nicht zu glauben, selbst “erwacht” zu sein und deshalb andere “wecken” zu müssen – das wird uns aber als “halber Weg zur Handlung” verkauft. Die “Erwachten” brauchen von anderen “Erwachten” Unterstützung und vor allem das notwendige Sprachrohr, ihre Vorschläge einbringen zu können.

Meinung zum Artikel „Wir Unverantwortlichen“ von Jakob Augstein

Zum Fall von Gustl Mollath

Der Fall Mollath bringt seit inzwischen Monaten ein Thema zur Sprache, wie in unserem Rechtssystem mit “psychisch kranken Straftätern” umgegangen wird. Das Hauptproblem ist, dass es neben der Straftat auf den/die Gutachter ankommt, sowie auf die Richter. Damit wird das Urteil und die Anwendung von Recht zum Glücksspiel (um das Wort “Willkür” zu vermeiden). Davon können tausende ein Lied singen, die in forensichen Abteilungen sitzen. Herr Mollath ist einer davon, schaffte es (wenn auch erst nach Jahren) an die Öffentlichkeit und konnte so Druck aufbauen. Andere, mit einer weniger “reißenden Geschichte”, haben aber das gleiche, nämlich grundsätzliche Problem.

Man muss nichtmals unbequem sein, wie zum Beispiel Konstantin Wecker hier meint, denn “dumme” Umstände können auch den Weg in die Psychiatrie ebnen… Gefährdet ist prinzipiell jeder, der schon einmal (aus welchen Gründen auch immer) in Behandlung war und der verdächtigt wird, an einer Straftat beteiligt gewesen zu sein.

Kommentar zu: Warum die Demokratie ein schwieriges Exportgut ist

Kommentar zum Artikel “Warum die Demokratie ein schwieriges Exportgut ist” auf Sueddeutsche.de:

Wer Demokratie als Mehrheitswillen auffaßt, wird sich schwer tun, das mit einem Freiheitsbegriff unter einen Hut zu bringen, denn Mehrheitswille bedeutet prinzipiell, sich der Mehrheit zu beugen, was einer “Diktatur der Mehrheit” gleich kommt.

Demokratie ist vielmehr ein Verfahren, die bestmögliche Lösung auf eine Frage zu finden, mit der die größtmögliche Zahl leben kann. Daß der Prozess dazu verkommen ist, nicht nach der besten Lösung (Konsensfindung) zu suchen, sondern nach jener Lösung, die von der größtmöglichen Zahl getragen wird (Mehrheitsbeschaffung), zeigt die Pervertierung des demokratischen (Prozess)Gedankens.

Die demokratische Idee wäre wohl kein “schwieriges Exportgut”, würde es um das Entscheidungsfindungsverfahren gehen (gemeint ist der Prozess, die bestmögliche Lösung zu finden), statt um das Entscheidungstreffungsverfahren (gemeint ist das Mehrheitsverfahren, eine Lösung zu bestimmen). Deshalb ist auch anzuzweifeln, ob die “westliche Demokratie” eine tatsächliche Demokratie ist. Vor allem zeigt sich dies darin, daß mehr und mehr Menschen im Westen mit der “Demokratie” unzufrieden sind, weil eben nicht die bestmögliche Lösung getroffen wird, sondern was eine (vermeintliche) Mehrheit für die beste Lösung hält.

Die Idee einer Volksabstimmung (was auch nur ein Entscheidungstreffungsverfahren wäre) würde der Demokratie nicht zu dem verhelfen, was sie sein soll. Dafür wären andere (eher direkte) Beteiligungsformen (z.B. Bürgerforen) effektiver. Es ist einfach kein Argument, daß 70 Prozent für Lösungsvorschlag A stimmten, da sich die Motivation für die Stimmabgabe nicht im Ergebnis abspiegelt.

Freiheit der Presse

Heute war bei mir auf mehreren Online-Medienangeboten folgend Meldung in der ein oder anderen Variation zu sehen:

Darüber ärgerte ich mich dermaßen, dass ich die jewiligen Verlage anschrieb. Hier der öffentliche Text:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Karl Marx meinte: „Die erste Freiheit der Presse ist, kein Gewerbe zu sein“ – und heute bekomme ich permanent von Ihrem Onlineangebot die Aufforderung, meinen Adblocker abzuschalten, da Ihr Medium von Werbeeinnahmen abhängig sei.Ich finde es ein starkes Stück, dass Sie die Einstellungen meines Browsers auslesen, um mich zu einem anderen Verhalten aufzufordern! Offenbar basieren Ihre Werbeeinnahmen nur darauf, wenn jemand auf Werbung reagiert, denn technisch wird die Werbung trotz Adblocker herunter geladen, so dass es prinzipiell keinen Unterschied macht, ob der Blocker an oder aus ist – er verhindert nur, dass ich Werbung sehe und diese (versehentlich) anklicke.

Natürlich verstehe ich, dass Sie durch Ihre Arbeit ein Einkommen generieren wollen, ja sogar müssen, um in einer Marktwirtschaft bestehen zu können. Vielleicht sollten Sie daher überlegen, sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen stark zu machen und darüber aufzuklären. Damit wäre aus meiner Sicht vielen geholfen:

*) weniger (inhaltliche) Abhängigkeit von Werbern;
*) mehr Zeit, sich auf das (inhaltliche) Angebot zu konzentrieren, statt sich um Werber zu bemühen;
*) mehr Aufmerksamkeit der Leser auf die (kostenlos) angebotenen Inhalte;
*) Kaufkraft der Grundeinkommensempfänger, um für die von Ihnen (kostenlos) angebotenen Inhalte vielleicht sogar freiwillig etwas zu bezahlen (z.B. via flattr)

All dies sollten Sie bedenken, statt mich zu bitten, meinen Adblocker wenigstens für Ihre Seite abzustellen. Sie geben dadurch zu, dass Sie von Werbeeinnahmen abhängig sind und damit keine Freiheit der Presse gewährleisten können.

Mit verärgerten Grüßen,

Jörg Drescher
Projekt Jovialismus

————————————————–
Nachtrag: Das war eine abgesprochene Aktion einiger Medien

http://www.dradio.de/kulturnachrichten/201305131500/2