Arbeit sucht Einkommen

Wenn man sich umsieht, ist zu bemerken, dass es genug Arbeit gibt. Insbesondere im Umweltschutz, im sozialen Sektor, in der Jugendarbeit, bei der Betreuung alter Menschen, im freien Schulwesen usw. kann es gar nicht genug arbeitende Menschen geben. Was fehlt, ist Einkommen.

Dabei ist Geld nicht die einzige Form von Einkommen. Jede Arbeit sucht Einkommen – auch in Form gesellschaftlicher Anerkennung oder einfach, um einen Zustand abzuschaffen, der Unwohlsein vermittelt.

Jemand, der heute bezahlte Arbeit sucht, tut dies hauptsächlich deshalb, weil er in unserer Gesellschaft Einkommen braucht. Schließlich haben selbst Dinge für den Grundbedarf ihren Preis.

Auf der anderen Seite nützt es niemandem, wenn es massenweise Waren gibt, aber nur wenige über Geld verfügen, um sich diese Güter leisten zu können.

Wer heute sagt, er braucht gute Arbeit, sucht eigentlich eine Verdienstmöglichkeit. Niemand wird dafür bezahlt, wenn er zu Hause Kinder erzieht, seine kranken Eltern pflegt, sich für Umweltschutz einsetzt oder sich sozial engagiert. Mit dieser Arbeit entsteht kein Produkt, das gegen Geld weiterverkauft werden kann.

Dabei können sich die wenigsten heute noch mit ihrer Einkommensarbeit identifizieren. Das „Gute“ an der Arbeit ist Geld, das man dafür bekommt. Mancher verzichtet auch auf gesellschaftliche Anerkennung und ersetzt diese durch Statussymbole, wie große Autos, schöne Kleider oder Luxusartikel.

Gedanken zur Wirtschaft

Jede Wirtschaftsfrage – egal, ob sie kapitalistisch (privateigentumsbasiert Produktionsmittel) oder “kommunistisch” (gemeineigentumsbasierte Produktionsmittel) organisiert ist – dreht sich prinzipiell um die Verteilung der produzierten Waren/Dienstleistungen (Güter). Dabei sollten Unternehmen (egal ob in Privatbesitz oder Gemeinbesitz) Menschen ausreichend mit den Gütern versorgen, aber auch mit (ausreichenden) Mitteln, um die (von der Wirtschaft hergestellten) Güter auch zu “konsumieren”/zu nutzen.

Egal, in welchem “System” man diese Verteilung betrachtet, geht es um etwas grundsätzliches dabei: Geben, um zu erhalten (lat. du ot des), bzw. “dies für das” (lat. quid pro quo).

Ökonomen meinen häufig, ein Bäcker produziert Brot nicht zum Spaß für die Leute, sondern weil er durch den Verkauf an Mittel kommt, um sich andere Dinge leisten zu können. Das ist einerseits eine (nutzenorientierte) Unterstellung, und andererseits eine Degradierung des Bäckers, der seine “besondere Fähigkeit” (Brot backen) in den Dienst des Gemeinwesens stellt, um anderen andere Tätigkeiten zu ermöglichen (Arbeitsteilung durch Spezialisierung).

Die “Schenkung” (Leistung ohne Gegenleistung) ist der Wirtschaft eigentlich unbekannt. Nun ist es aber so, dass eine  “Schenkung” zwar offenbar einer Einzelperson zugute kommt, aber dabei vernachlässigt wird, welche Wirkung dies für das Gemeinwesen hat. Sprich: Die Wirtschaft klammert das Gemeinwesen prinzipiell aus, obwohl es darin besteht.